Redlichkeit

Dieser Blog wird geschrieben von Jon Baptist Erlenkötter. Ältere Beiträge von Reinhard Pfarrpfeifer. Die redlichen Heimseiten waren das Gesichtsbuch des ersten Jahrzehnts. Soziale Medien, die bei Jugendlichen sehr beliebt waren und zu einer Verbesserung der Weltsituation geführt haben. Doch dann schlief die Bewegung ein. Nach Jahren der Lethargie bin ich, also Jon Baptist Erlenkötter, wieder am keuschen Drücker, wie man so schön sagt. Die alte Bewegung bekommt man nicht mehr in Schwung, dennoch interessieren den einen oder anderen sicher meine innovativen Gedanken.


Ist das klar?
Kaffeekränzchen mit Neidhard Votze

Werte Leser,

viele kennen ihn noch aus seiner Zeit im Institut Dr. Kirch in Traben-Trarbach - Herrn Neidhard Votze, der sich zeitweise in Neidhard Pröke umbenannt hatte. Herr Votze war als Praktikant im Institut für die Kommunikation zuständig, so war er unter anderem häufig im Christlichen Forum der keuschen Redlichkeit anzufinden.

Nachdem wir uns für einige Jahre aus den Augen verloren hatten, wurde nun wieder Kontakt hergestellt. Gestern endlich trafen wir uns zum Kaffeekränzchen in der Wohnung meines Onkels. Mein Onkel hatte sich sehr auf das Treffen gefreut und mich gebeten, ihm rechtzeitig seine Tabletten zu geben, damit er ausreichend bei Sinnen ist. Das hatte ich natürlich voll vergessen, so dass mein Onkel verwirrt in seinem Zimmer saß.

Der Tisch war gedeckt, für jeden waren drei Kekse vorgesehen, später sollte es noch Kuchen geben. "Milch, Zucker?" fragte ich als guter Gastgeber. "Ich hätte lieber Tee", meinte Neidhard. "Das ist aber ein Kaffeekränzchen", erwiderte ich. "Ich trinke aber keinen Kaffee, also wenn es nicht zu viele Umstände macht", meinte er. Ich war etwas sauer, denn Tee zum Kaffeekränzchen, das passt nicht. Ich sagte aber nichts weiter, sondern servierte ihm Kaffee. Aus Höflichkeit sagte er nichts, schaute mich aber etwas irritiert an und rümpfte die Nase, nachdem er einen Schluck getrunken hatte.

Wir unterhielten uns über die alten Zeiten und Neidhard erzählte mir, wie sehr er unter den Schmähungen im Christlichen Forum der keuschen Redlichkeit gelitten hätte. Zudem hätte er als Praktikant nichts verdient und so für sein Engagement draufzahlen müssen. Während er so erzählte, schweifte ich mit meinen Gedanken ab, so dass ich ihm irgendwann gar nicht mehr folgte. "Zeit für den Kuchen", platzte ich irgendwann ins Gespräch herein, und Neidhard hörte verwundert auf zu sprechen.

Ich ging in die Küche, nahm den Kochtopf von der Herdplatte - mein Onkel besteht seit einigen Monaten darauf, dass ich Kuchen koche - und schüttete die zerbröselten Krümel ins Sieb, ließ es abtropfen und legte die nassen Kuchenkrümel auf den Teller. Als ich wieder ins Wohnzimmer kam, bewunderte Neidhard die Holzschnitzereien auf dem Schrank - den matschigen Kuchen schaute er irritiert an und setzte sich wieder auf seinen Platz. Den Kuchen rührte er nicht an, und als ich nun von meinen Aufregern erzählte - über die Gemeinheiten beim Arbeitsamt, die Ausreden der Falschparker, die Gedichte des Herrn W. und die neue bayrische Polizeiuniform, schien Neidhard irgendwann nicht mehr so ganz bei mir zu sein. Erst als ich das mit den Falschparkern nochmal ausführte und mich in Rage redete, hatte ich wieder seine Aufmerksamkeit. Leider hatte ich das Gefühl, er könnte meinen, dass ich übertreibe.

Es wurde langsam spät und ich schaute ungeduldig auf die Uhr, denn um 18:05 würde die SOKO Wismar im ZDF kommen, die wollte ich auf keinen Fall verpassen. Sicher würde es wieder um kriminelle Jugendliche gehen, die gutmütige Rentner terrorisieren. Also sagte ich "So, das war doch ein schönes Treffen." Höflich stand er mit mir auf, erwiderte dennoch ein "Aber", kam aber nicht weiter zu Wort, weil ich ihn Richtung Tür schob.

Als er endlich draußen war, fragte mein Onkel aus dem Zimmer heraus: "Wer war das?" - und ich meinte nur, dass es der Postbote gewesen sei.

Was für ein schönes Wiedersehen!

Klar?

Erlenkötter

31.3.16 09:31
 
Letzte Einträge: Rache ist süß, Ode an die Landungsbrücken, Meine Jugend, Der Fahrstuhl im S-Bahnhof


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Dieter Bohlen / Website (21.9.16 14:15)
Gekochte Kuchenkrümel

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