Redlichkeit

Dieser Blog wird geschrieben von Jon Baptist Erlenkötter. Ältere Beiträge von Reinhard Pfarrpfeifer. Die redlichen Heimseiten waren das Gesichtsbuch des ersten Jahrzehnts. Soziale Medien, die bei Jugendlichen sehr beliebt waren und zu einer Verbesserung der Weltsituation geführt haben. Doch dann schlief die Bewegung ein. Nach Jahren der Lethargie bin ich, also Jon Baptist Erlenkötter, wieder am keuschen Drücker, wie man so schön sagt. Die alte Bewegung bekommt man nicht mehr in Schwung, dennoch interessieren den einen oder anderen sicher meine innovativen Gedanken.


Ist das klar?
Ersatzforum der guten Menschen

Liebe Leser,

vor vielen Jahren starteten meine redlichen Mitstreiter und mein Onkel, Dr. Reinhard Pfarrpfeifer, das "Forum der guten Menschen". Dieses wurde dann eines Tages eingestampft.

Dank der Bemühungen des Freiherrn von St. Gumpenbrunn gab es danach ein "Ersatzforum der guten Menschen", welches aber aufgrund von Stimmungs- und Spannungsschwankungen der Anbieter immer wieder umziehen musste.

Derzeit ist es wieder einmal nicht erreichbar.

 

Nutzen Sie die elektrischen Kommentare, um mit mir in Kontakt zu bleiben.

Klaro?

 

Jon Baptist Erlenkötter

19.7.16 17:16


29.5.16 21:28


Ode an die Landungsbrücken

Liebe Freunde,

immer wieder zieht es mich an die Hamburger Landungsbrücken. Dort amüsiere ich mich über Touristen, die Hafenrundfahrten machen, statt einfach mit der Fähre zum HVV-Tarif zu fahren, esse Fischbrötchen und genieße meine Freizeit. Als Arbeitsloiser hat man viel davon, wie wunderbar.

Ganz aufregungsfrei sind die Besuche dort nicht, und so musste ich gestern eine Frau beobachten, deren Hund (mit selbstgestricktem Pulli, wie lächerlich!) an einen Pfeiler pullerte. Ich war außer mir und stellte die Frau zur Rede. "Na und? Wird doch bald wieder vom Regen weggewaschen", meinte sie, darauf ich: "Ja toll, das geht dann alles in die Elbe."

Kurzum, die Frau zeigte sich gänzlich unbeeindruckt, die Diskussion wurde immer hitziger und ich hatte das Gefühl, nicht richtig zu Wort zu kommen. Irgendwann trat ich um mich und traf dabei den Hund, der in hohem Bogen in die Wellen geschleudert wurde. Man vernahm noch ein kurzes Jaulen, dann verschwand er in den Fluten.

Schlagartig wurde meine Laune besser, und als ich die Frau bei der verzweifelten Suche nach ihrem Hund beobachtete, musste ich etwas lächeln. Schon bald ging ich entspannt nach Hause und hatte einen schönen Tag.

Ihr Jon Baptist Erlenkötter, Vorbild in allen Lebenslagen
31.3.16 11:42


Rache ist süß

Werte Leser,

mit Tränen in den Augen zog mein Nachbar, Herr Schmidt, heute aus unserem Haus aus. Ein Umzugsunternehmen konnte er sich nicht leisten, all seine Freunde hatte er verprellt, am Ende zog er die Schränke einzeln mit einer Sackkarre kilometerweit zu seiner neuen Sozialwohnung.

Aber von vorne. Es war Frühling, und ich saß gerade bei einem Glas Wasser auf dem Balkon. Zu dieser Zeit gibt es noch keine Wespen, und eigentlich könnte man den Balkonbesuch genießen. Wenn da nicht der Schmidt wäre. Insbesondere am Sonntag störte er - seine ganze Familie saß dann immer rauchend auf dem Balkon, oft wurde gar noch ein Radio laufengelassen, das ich dann mithören musste.

Als ich mit hochrotem Kopf vor seiner Türe stand, die Arme in die Hüften gestemmt und auf Streit gepolt, um ihn darauf hinzuweisen, dass mich die Raucherei und das Radio stören würde, lächelte er mich an und meinte, mir könne man es ja gar nicht recht machen. Er würde meistens schon meinetwegen vor die Tür gehen, aber die sonntäglichen Familienbesuche sollten nun wirklich nicht von einem Miesepeter wie mir - so drückte er sich tatsächlich aus - gestört werden. Seine Frau hätte aus Angst vor mir schon ihren Zigarettenkonsum gedrosselt. So ein Quatsch! Auf meiner Strichliste fehlten vielleicht 2 oder 3 Zigaretten pro Tag, das waren gute 10%. Zu wenig, um als Höflichkeit durchzugehen.

Zu viel ist zu viel, und so schmiedete ich einen perfiden Racheplan.

Zunächst meldete ich mich im Internetz unter dem Namen des Herrn Schmidt in einem Seitensprungportal an. Dort konnte man sehr viele "Sex"-Stellungen anklicken - bis dahin war mir gar nicht bewusst, dass es mehr als 2 gibt. Widerlich! Solche Ekelportale sind nicht kostenlos, und die Rechnung, das forderte ich explizit so an, sollte per Brief geschickt werden.

Tagelang wartete ich, bis der Brief einging. Und tatsächlich war es bald so weit. Es gab einen riesigen Streit mit seiner Frau, Türen flogen, Geschirr knallte auf den Boden - und ich schmunzelte. Herrlich! Die Frau zog bald aus und nahm die Kinder mit sich - und ich schmunzelte. Schmidt war zutiefst deprimiert - und ich schmunzelte jedes Mal und staunte, wie sehr einem das ins Gesicht geschrieben stehen kann.

Aber ich war immer noch sauer. Also meldete ich beim Gesichtsbuch ein neues Profil auf den Namen des Herrn Schmidt an. Sogar ein Profilbild konnte ich nutzen - von seiner Firmenseite geklaut. Unter diesem Namen mischte ich in den übelsten Flüchtlingsdebatten mit und orientierte mich dabei am untersten Gesichtsbuchniveau. Viehzeug, Gewaltfantasien etc. Ein Blick auf Kommentare auf Pegida.de reichte für Anregungen.

Herr Schmidt ist - nein war - beim Einwohnermeldeamt tätig. Als dieses einen geheimen Tipp mit dem Gesichtsbuchprofil zugesandt bekam, suspendierte es ihn vom Dienst. Gegen die folgende Entlassung legte er keine Rechtsmittel ein, weil diese zwar per Einschreiben zugestellt wurde, er sie aber dennoch nie erhalten hat. Zum Glück sind die Einschreiben-Postboten andere als die normalen, so reichte mir für dieses kleine Kunststück ein neues Klingelschild und ein "Moment, ich suche meinen Ausweis, der muss hier irgendwo in dem Stapel sein."

Das Gesichtsbuchprofil war auch praktisch, als ich Ausdrucke - geschmückt mit seinem Konterfei - an seine Eltern sandte. Die Eltern, das müssen Sie wissen, sind Altgrüne, wie man sie sie vorstellt. Ich habe sie seither an keinem Sonntag mehr gesehen. Von seiner Frau, seiner Familie und seiner Arbeit getrennt - das tat weh. Ich musste schmunzeln.

Nun bewohnt er eine Ein-Zimmer-Wohnung im Hochhaus eines Problemviertels. Hoffentlich sehe ich ihn nie wieder.

Übrigens: Heute zogen die neuen Nachbarn ein. Sie hängten einen im Wind klingenden Traumfänger auf und hatten dabei Zigaretten im Mund.

Das kann ja was werden.

MkG J.B.E.

31.3.16 11:03


Kaffeekränzchen mit Neidhard Votze

Werte Leser,

viele kennen ihn noch aus seiner Zeit im Institut Dr. Kirch in Traben-Trarbach - Herrn Neidhard Votze, der sich zeitweise in Neidhard Pröke umbenannt hatte. Herr Votze war als Praktikant im Institut für die Kommunikation zuständig, so war er unter anderem häufig im Christlichen Forum der keuschen Redlichkeit anzufinden.

Nachdem wir uns für einige Jahre aus den Augen verloren hatten, wurde nun wieder Kontakt hergestellt. Gestern endlich trafen wir uns zum Kaffeekränzchen in der Wohnung meines Onkels. Mein Onkel hatte sich sehr auf das Treffen gefreut und mich gebeten, ihm rechtzeitig seine Tabletten zu geben, damit er ausreichend bei Sinnen ist. Das hatte ich natürlich voll vergessen, so dass mein Onkel verwirrt in seinem Zimmer saß.

Der Tisch war gedeckt, für jeden waren drei Kekse vorgesehen, später sollte es noch Kuchen geben. "Milch, Zucker?" fragte ich als guter Gastgeber. "Ich hätte lieber Tee", meinte Neidhard. "Das ist aber ein Kaffeekränzchen", erwiderte ich. "Ich trinke aber keinen Kaffee, also wenn es nicht zu viele Umstände macht", meinte er. Ich war etwas sauer, denn Tee zum Kaffeekränzchen, das passt nicht. Ich sagte aber nichts weiter, sondern servierte ihm Kaffee. Aus Höflichkeit sagte er nichts, schaute mich aber etwas irritiert an und rümpfte die Nase, nachdem er einen Schluck getrunken hatte.

Wir unterhielten uns über die alten Zeiten und Neidhard erzählte mir, wie sehr er unter den Schmähungen im Christlichen Forum der keuschen Redlichkeit gelitten hätte. Zudem hätte er als Praktikant nichts verdient und so für sein Engagement draufzahlen müssen. Während er so erzählte, schweifte ich mit meinen Gedanken ab, so dass ich ihm irgendwann gar nicht mehr folgte. "Zeit für den Kuchen", platzte ich irgendwann ins Gespräch herein, und Neidhard hörte verwundert auf zu sprechen.

Ich ging in die Küche, nahm den Kochtopf von der Herdplatte - mein Onkel besteht seit einigen Monaten darauf, dass ich Kuchen koche - und schüttete die zerbröselten Krümel ins Sieb, ließ es abtropfen und legte die nassen Kuchenkrümel auf den Teller. Als ich wieder ins Wohnzimmer kam, bewunderte Neidhard die Holzschnitzereien auf dem Schrank - den matschigen Kuchen schaute er irritiert an und setzte sich wieder auf seinen Platz. Den Kuchen rührte er nicht an, und als ich nun von meinen Aufregern erzählte - über die Gemeinheiten beim Arbeitsamt, die Ausreden der Falschparker, die Gedichte des Herrn W. und die neue bayrische Polizeiuniform, schien Neidhard irgendwann nicht mehr so ganz bei mir zu sein. Erst als ich das mit den Falschparkern nochmal ausführte und mich in Rage redete, hatte ich wieder seine Aufmerksamkeit. Leider hatte ich das Gefühl, er könnte meinen, dass ich übertreibe.

Es wurde langsam spät und ich schaute ungeduldig auf die Uhr, denn um 18:05 würde die SOKO Wismar im ZDF kommen, die wollte ich auf keinen Fall verpassen. Sicher würde es wieder um kriminelle Jugendliche gehen, die gutmütige Rentner terrorisieren. Also sagte ich "So, das war doch ein schönes Treffen." Höflich stand er mit mir auf, erwiderte dennoch ein "Aber", kam aber nicht weiter zu Wort, weil ich ihn Richtung Tür schob.

Als er endlich draußen war, fragte mein Onkel aus dem Zimmer heraus: "Wer war das?" - und ich meinte nur, dass es der Postbote gewesen sei.

Was für ein schönes Wiedersehen!

Klar?

Erlenkötter

31.3.16 09:31


Die Jugend

Als ich gestern im Park Enten fütterte, fiel mir eine Gruppe Jugendlicher auf, die sinnlos auf einer Parkbank herumlungerte. Als ein Rentnerpaar an ihnen vorbeilief, wurde die Bank nicht etwa freigegeben - nein, das Paar wurde überhaupt nicht beachtet. Typisch Jugendliche, da müsste man gleich Anzeige erstatten! Als dann auch noch eine Koladose auf den Boden geworfen wurde, war es vorbei mit meiner guten Laune.

Ich ging zu den Jugendlichen, stemmte die Arme in die Hüften und schimpfte mit hochrotem Kopf: "Die Dose heben Sie mal schön auf, und das mit den Rentnern eben war ja wohl auch nicht gerade nett. Ist das klar?" Verduzt schauten mich die Jugendlichen an. "Was ist los?", fragte einer von ihnen. "Bleib mal locker, mit uns kann man vernünftig reden", führte er seine Frechheiten fort.

Nun platzte mir die Hutschnur, ich war wütend wie selten. "Diese Scheiß Jugend hat keinen Respekt!", schrie ich, stampfte mit den Füßen auf den Boden und hielt mir sodann eine Hand vor den Mund, als ich merkte, dass ich gerade ein unanständiges Wort gesagt hatte. Die Jugendlichen fingen an zu lachen - was für eine Demütigung.

Nun geschah auch noch das, was ich in solchen Situationen gar nicht brauchen kann: Durch den erhöhten Puls und meinen hochroten Kopf platzte eine Ader in meiner Nase, ich bekam Nasenbluten. Mit dem Taschentuch vor der Nase unternahm ich einen letzten Versuch, die Oberhand wiederzugewinnen: "Sie gehen jetzt schön nach Hause und überlegen, was Sie falsch gemacht haben!" Abermals erntete ich ein Lachen, ein Mädchen meinte: "Was für ne Witzfigur!"

"Stimmt ja gar nicht", sagte ich und ging gesenkten Hauptes davon.

Moral: Nicht immer läuft alles perfekt für uns gute Menschen, aber entmutigen lassen darf man sich dennoch nicht.

 

Ihr Jon Baptist Erlenkötter, Vorbild

30.3.16 20:37


Aaron Mohammed Seth ist wieder da

... und er hat viele Freunde mitgebracht: Andreas Haug, Seyfried Kationtenoberrathmannshäuser, Erwin Schuchardt-Pratzwalk, Fritz Wörwag und Diethelm Hold. Steht eine zweite Blütezeit der keuschen Redlichkeit bevor?

Es muss etwa im Jahr 2000 gewesen sein, als mir Herr Prof. Dr. Seth das erste Mal auffiel. Seine manchmal schrillen, aber immer fairen Maßregelungen unmöglicher Jugendlicher, seine oft mit uns Redlichen geteilten persönlichen Probleme, die zeigten dass Redliche eben auch nur Menschen sind - wenn auch bessere - all das sorgte schnell dafür, dass ich ihn in mein keusches Herz schloss.

Internetzpsychologe Sigmund Mutznock verfasste sogar ein vielbeachtetes Fachbuch über Herrn Seth - "Schizophrenie im Alltag, der Fall Seth". Und auch sonst konnte man Einblick in Probleme erhalten, die wir alle kennen, aber uns nicht auszusprechen trauen. Herr Seth preschte voran - und gab u.a. zu, oft gar nicht zu wissen, ob er noch lebt oder schon tot ist. Geht mir auch manchmal so.

Jedenfalls freut es mich, Herrn Seth wiederzusehen, dem ich hiermit ein herzlich-keusches Willkommen entgegenrufe.

23.5.12 12:04


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